Schutzmantelmadonna

Aus der Werkstatt Tilmann Riemenschneiders?

Die wunderschöne lebensgroße Haselauer-Schutzmantelmadonna befindet sich heute im Museum Schloß Gottorf in Schleswig

Die ersten Schutzmantelmadonnen-Bilder entstehen im späten 13. Jahrhundert in Italien. Trägt Maria das Jesukind in den Armen, so entspricht dies dem Gedanken der Erbarmung und Erlösung, besonders wenn das Kind sich den Schutzflehenden zuwendet und den Mantel ausbreiten hilft. Bei der Haselauer Schutzmantelmadonna ist das der Fall, Maria trägt das Jesukind in den Armen und das Kind wendet sich dem Schutzflehenden zu und scheint den Mantel mit auszubreiten. Maria umfängt die Gläubigen schützend, indem sie ihren Mantel ausbreitet. Dem Schutzmantel-Motiv liegt ein alter Rechtsbrauch zugrunde, wonach Verfolgte Schutz unter dem Mantel hochgestellter Personen fanden. Auch Kinder wurden zum Zeichen der Adoption unter den Mantel genommen

Details der Haselauer Schutzmantelmadonna

Fachleute gehen davon aus, dass die Haselauer Schutzmantelmadonna von einem Künstler in der Werkstatt Tilman Riemenschneiders geschaffen sein könnte, denn es gibt viele Parallelen zu den Madonnen Riemenschneiders, des großartigen spätgotischen Bildhauers (1468-1531), der in Würzburg lebte und 1520-1524 sogar Würzburger Bürgermeister war. Mit seiner gutgehenden Werkstatt, in der bis zu 18 Gesellen arbeiteten, belieferte er das fränkische Gebiet mit einer Vielzahl von Figuren und Altären.